Mathematik: man liebt oder haßt sie
Als Schulkind wurde man schon manches Mal mit den
verschiedensten Rechenaufgaben geplagt und das kleine oder große
Einmaleins erschien einem als lästiges Übel. So mancher Erwachsene
hat heute seine Not mit dem Kopfrechnen, denn durch den weit
verbreiteten Einsatz von Rechenhilfsmitteln wie Taschenrechner und
Computer wird dafür bereits in der Schule der Grundstein
gelegt.
Lehrausbilder beklagen die schlechten Kenntnisse der Schulabgänger
in Mathematik und oft scheitert daran die Aufnahme in ein
Ausbildungsverhältnis. Erst viele Jahre nach der Schulzeit wird
dann erkannt, welche Teilgebiete der Mathematik persönliche
Wichtigkeit haben.
Ein Chemiker braucht z.B. unbedingt gute Kenntnisse in
Bruchrechnung und Prozentrechnung. Der Dreisatz sollte im Schlaf
beherrscht werden. Wenn er sich in Geometrie nicht so gut auskennt,
ist das hingegen kein Dilemma.
Aber ein Vermessungstechniker sollte darin sehr gut bewandert sein,
denn räumliche Mathematik gehört zu seinen unabdingbaren und
notwendigen Kenntnissen, die er täglich einsetzen muß.
In verschiedenen Serviceberufen, wie z.B. bei einem Kellner, dem
Verkäufer am Bäcker- oder Mezgerwagen oder auf dem Wochen-Markt ist
Kopfrechnen noch ein klarer Vorteil, denn es gibt nicht immer einen
funktionierenden Taschenrechner oder Stromanschluß für eine
elektronische Kasse.
Wenn es auf Schnelligkeit im beruflichen Alltag oder einfach nur
im Schulfach Mathematik ankommt, dann ist ein guter Kopfrechner dem
Bediener eines Taschenrechners meist haushoch überlegen.
Die Fähigkeit gut ohne Hilfsmittel rechnen zu können, kann sich in
barer Münze auszahlen.
Denn wenn man z.B. in einem Geschäft steht und Preise zum
Mitbewerber vergleichen will, geht das nicht immer auf direktem
Wege über den Einzelpreis, sondern muß oft erst errechnet werden,
da verschiedene Komponenten des Preises berücksichtigt werden
müssen und unterschiedlich, d.h. nicht direkt sofort vergleichbar
sein können. Da geht es vielleicht um die Berücksichtigung von
Rabatten oder Aufschlägen, Transportkosten etc..
Dann gibt es aber auch höhere Mathematik, für die man einen
besonderen Bildungsweg benötigt.
Es würde wenig Sinn machen, wenn die höhere Mathematik wie man sie
in der Raumfahrt oder in speziellen Branchen braucht bereits in der
Grundschule vermittelt werden soll.
Dies würde einerseits sowohl die Schüler als auch die Lehrer
überfordern und niemand nützen.
Wichtig ist es allerdings, dass alle Schüler, gleich welcher
Bildungseinrichtungen im Fach Mathematik gute Kenntnisse erreichen
und diese dann im Beruf einbringen können.
