Die Politikwissenschaft
Lieber Leser,
zu den interessanteren Studienfächern zählt die Politikwissenschaft
(auch Politologie oder Politische Wissenschaft genannt), vor allem,
weil sie ein tieferes Verständnis für unsere eigene Staatsform
vermittelt und sehr nah am gegenwärtigen gesellschaftlichen
Geschehen ist.
Sie untersucht nicht nur die Grundlagen der Demokratie, sondern
auch die Theorien und Programme anderer Gesellschaftsformen wie
Faschismus, Sozialismus, Kommunismus , usw.
Neben der sehr bekannten Parteienforschung (wer hat an den
Wahlabenden nicht auf die ersten Hochrechnungen gewartet?) geht es
aber auch um theoretische Grundlagen des Saatswesens und ihrer
möglichen Organisationsformen. Es geht um Strömungen innerhalb
einer Gesellschaft wie Konservatismus, Liberalismus oder
Sozialismus. Aber man forscht auch danach, warum es zur heutigen
"Politikverdrossenheit" vieler Bürger und Wähler gekommen ist. Man
untersucht die Höhe der Wahlbeteiligung und die
Wählerwanderungen.
Politikwissenschaftler befassen sich mit theoretischen
Grundlagen, die seit den großen griechischen Philosophen Plato und
Aristoteles Thema der Wissenschaft sind und die sich um die
Kernfrage nach der möglichst besten (politischen) Ordnung, die sich
eine menschliche Gemeinschaft geben kann, dreht. Aber auch die
Frage, welche Normen dem politischen Handeln zu Grunde liegen und
welche Formen von Institutionen (Parlamente, Kontrollorgane,
Gremien, etc.) in einem Staat entstehen und welche politischen
Prozesse dabei ablaufen sind von großem Interesse für diese
Wissenschaft.
Zusammen mit den Nachbarwissenschaften wie zum Beispiel der
Soziologie, den Geschichtswissenschaften, der Psychologie, der
Rechtswissenschaften und den ökonomischen Wissenschaften wird
versucht, ein Gesamtbild menschlichen Zusammenlebens zu erarbeiten,
wobei jede dieser Disziplinen einen anderen Schwerpunkt hat.
Neben der Erforschung der politischen Gegebenheiten der eigenen
Gesellschaft gibt es aber auch noch den Teilbereich der
Internationalen Politik, der sich mit den Zwischenstaatlichen und
Überstaatlichen (z. B. UNO) Abläufen und Institutionen
befasst.
Andere Teilbereiche wie die politische Theorie und die
Ideengeschichte wurden weiter oben bereits angesprochen und die
bereits erwähnten unterschiedlichen politischen Systeme werden in
der Systemlehre miteinander verglichen.
Die Politikwissenschaft bietet dem Absolventen ein breites
Einsatzspektrum nach dem Studienabschluß:
Neben der Wahl- und der Marktforschung oder dem Einsatz in den
Parteien oder in Verbänden gibt es auch Einsatzmöglichkeiten in
öffentlichen Verwaltungen, Gewerkschaften oder in größeren Firmen.
Manche Poilitikwissenschaftler (z. B. Walter Momper) gehen auch
direkt in die Politik wenden ihr theoretisches Wissen dann in der
Praxis an.
